„Es gibt keine Alternative zur Digitalisierung“

Dr. Florian Heinemann ist seit mehr als 20 Jahren eine feste Größe im E-Commerce, B2C- und Digitalisierungsumfeld und gilt als Fixstern in der deutschen Online-Marketing-Szene. Er war unter anderem aktiv am Aufbau und Erfolg von Rocket Internet, Affinitas und Zalando beteiligt. Heute ist Dr. Florian Heinemann Geschäftsführer von Project A, einem Venture Capital-Fonds, der Start-ups in einer frühen Phase finanziell und operativ mit einem Expertenteam unterstützt. Im Gespräch mit Körber-CEO Stephan Seifert spricht er darüber, warum es noch viel digitales Potential im B2B-Bereich gibt, Software-Kompetenz immer wichtiger wird und die Digitalisierung alternativlos ist.

Seifert: Herr Dr. Heinemann, wir erleben momentan eine sehr innovative und spannende Zeit, mit vielen neuen Möglichkeiten und Herausforderungen. Mit Industrie 4.0 und Digitalisierung befinden wir uns mitten in der 4. Industriellen Revolution, die substantielle Auswirkungen auf unsere Zukunft haben wird – und somit natürlich auch auf Körber und unser Geschäft. Wir sind überzeugt, dass digitale und vernetzte Produkte und Prozesse die Stellschrauben für den zukünftigen Erfolg unserer Kunden sind. Dafür bauen wir im gesamten Konzern unser Wissen, unsere Technologien und die Anwendungsmöglichkeiten rund um die Digitalisierung kontinuierlich zu einer weiteren Kernkompetenz aus. Wie sehen Sie die Bedeutung der Digitalisierung?

Heinemann: Ich stimme Ihnen zu, es gibt keine Alternative zur Digitalisierung. Im B2C („Business to Consumer“)-Bereich haben Deutschland und Europa bereits die Chance verpasst, eine globale Führungsrolle zu erreichen. Dort dominieren die USA und China. Wer den digitalen Markt im B2B („Business to Business“) anführen wird, ist zurzeit noch offen. Hat Körber dafür bereits einen Plan?

Seifert: Bei Körber haben wir uns aus unserer starken Markt- und Technologieposition heraus ein weiteres Ziel gesteckt: Wir wollen bei unseren Kunden auch für digitale Lösungen die erste Wahl sein. Um unsere digitale Weiterentwicklung voranzutreiben, haben wir dazu die konzernweite Digitalisierungsinitiative „K.Digital“ und eine umfassende Digitalstrategie entwickelt. Welche Herangehensweise beobachten Sie bei anderen?

Heinemann:. Weltweit fokussieren viele Unternehmen und Start-ups ihre Aktivitäten auf das IIoT („Industrial Internet of Things“) und arbeiten mit Hochdruck an digitalen Produkten und Lösungen für industrielle Kunden. Das ist eine spannende Entwicklung, die großen Einfluss auf Deutschland als eine der größten Volkswirtschaften und seine Unternehmen im internationalen Vergleich haben wird.

Seifert: Die industrielle Digitalisierung steht weltweit jedoch noch am Anfang, keiner ist den Weg bisher zu Ende gegangen. Uns ist vor allem wichtig, die Digitalisierung ganzheitlich anzugehen: Zu unserer digitalen Weiterentwicklung kann und soll jeder einzelne Mitarbeiter beitragen und wir wollen gemeinsam die nächsten Schritte gehen. Wie sehen Sie das?

Heinemann: Sehr gut und auch anspruchsvoll. Super, dass Sie das mit der ganzen Mannschaft bei Körber angehen! Viele Firmen sind gerade dabei sich zu digitalisieren und stehen teilweise noch am Anfang. Dieser Prozess ist nicht leicht, schließlich gab es eine vergleichbare Situation noch nie.

Seifert: Das stimmt. Für Körber bin ich sehr zuversichtlich, denn wir haben heute eine erstklassige und starke Ausgangsposition bei unseren Kunden, auf der wir aufbauen wollen. Gibt es aus Ihrer Sicht Entwicklungen, die wir besonders im Blick behalten sollten?

Heinemann: Wir leben zunehmend in einer plattformbasierten Welt. Um Netscape-Gründer Marc Andreessen zu zitieren: ‚Software is eating the world’. In der Softwareära verlaufen Prozesse nach neuen, oft auf den ersten Blick undurchsichtigen Mustern. Hardwarekompetenz, die Sie ja unbestritten haben, muss sich da ihren Platz neu erobern. Gleichzeitig ist klar, dass nicht alles virtuell gehen wird. Wie gehen Sie damit bei Körber um?

Seifert: Sie beschreiben eine Entwicklung, der wir schon lange vorgegriffen haben. Seit Jahren bauen wir kontinuierlich unsere Softwarekompetenz und -position in unseren Märkten aus und ergänzen damit unsere Technologien, Kompetenzen und Lösungsangebote. Jetzt muss es uns noch gelingen, digitale Technologien und Lösungen zum Nutzen unserer Kunden zu integrieren. Dabei ist es besonders wichtig, die digitale Kompetenz unserer Mitarbeiter weiter auf- und auszubauen. Welche Möglichkeiten gibt es darüber hinaus aus Ihrer Sicht noch?

Heinemann: Wenn man am Markt die Nase vorn haben will, ist es aus meiner Sicht eine gute Strategie, entweder selbst digitale Firmen im eigenen Fachumfeld zu gründen oder diese zuzukaufen und als Leuchtturmprojekt einzusetzen. Deren Expertise ließe sich dann für die digitale Weiterentwicklung Ihres gesamten Unternehmens nutzen. Wie weit sind Sie hier?

Seifert: Um so nah wie möglich am Puls zukunftsfähiger digitaler Technologien zu sein, investieren wir verstärkt in Start-ups ‑ wie BigRep oder Magazino ‑ und gehen gleichzeitig auch neue Formen der Kooperation ein – unter anderem mit unserem Engagement beim High-Tech Gründerfonds oder dem Next Logistics Accelerator. Und nicht zuletzt nutzen wir ganz substantiell und erfolgreich Ideen aus unseren eigenen Teams – ein Beispiel hierfür sind unsere konzernweit und interdisziplinär zusammengesetzten Sprint-Teams.

Heinemann: Das klingt nach einem sinnvollen Ansatz. Gute Ideen sollten schnell entwickelt und umgesetzt werden. Meine Erfahrung ist aber auch, dass bei allem Tempo auch Geduld und langfristiges Denken sehr wichtige Faktoren sind. Digitale Weiterentwicklung braucht auch Zeit. Besonders im B2B-Bereich werden Sie einen langen Atem brauchen. Ich wünsche dem Körber-Konzern viel Erfolg!

Seifert: Vielen Dank, Herr Dr. Heinemann!

tripadvisor flickr americanexpress bandcamp basecamp behance bigcartel bitbucket blogger codepen compropago digg dribbble dropbox ello etsy eventbrite evernote facebook feedly github gitlab goodreads googleplus instagram kickstarter lastfm line linkedin mailchimp mastercard medium meetup messenger mixcloud paypal periscope pinterest quora reddit rss runkeeper shopify signal sinaweibo skype slack snapchat soundcloud sourceforge spotify stackoverflow stripe stumbleupon trello tumblr twitch twitter uber vimeo vine visa vsco wechat whatsapp wheniwork wordpress xero xing yelp youtube zerply zillow px aboutme airbnb amazon pencil envelope bubble magnifier cross menu arrow-up arrow-down arrow-left arrow-right envelope-o caret-down caret-up caret-left caret-right